ich hab es tatsächlich zum rodeo geschafft. schade, dass ich nur wenig zeit hatte und sehr schade, dass ich mit der camera nicht ein wenig dreister bin – das farmvolk sieht sehr interessant aus mit hotpants, cowboy hut und cowboy stiefeln…
es ist ja mein geheimer traum ein halbes jahr urlaub zu nehmen, mir eine sport linse für die camera zu kaufen und von rodeo zu rodeo zu ziehen, am besten in einem aluminium camper.
beim rodeo ist alles perfekt für photos: die gesichter, die outfits, leder, ledernähte, sporen, die jeans, die in das leder der chaps gerahmten (das hört sich in englisch besser an) crotches, die schuhe, die textur des bodens, der rodeo clown, die muskulösen pferde und stiere. ich weiss nur nicht warum die cowboys sich die handschuhe vorne in die hose stecken – das sieht aus wie ein euter, oder?
ausserdem hatte ich angst so nah am zaun, nicht nur vor den stieren, sondern auch vor den pferden. beim hymne singen bin ich dann auch brav aufgestanden und hab mir den deckel der camera linse ans herz gedrückt und leise ein erfundenes lied gesummt, beim anschliessenden beten ist mir leider der text ausgegangen.
dann ging es los – zuerst pferde rodeo, dann auf bullen (zuerst drei frauen und dann die männer). alles geht super schnell, die bleiben maximal acht sekunden, aber meistes nur zwei oder drei auf dem bullen. dem cowboy mit den gelben chaps ist leider der bulle nach abwurf auf dem rücken gelandet.
beim kälber mit dem lasso fangen und auf den rücken werfen bin ich dann gegangen, weil mir das zu viel war. irgendwie ist es mir egal, wenn sich ein cowboy beim rodeo verletzt, aber die kälber taten mir leid.


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