das leben ist schnell. drei tage in michigan, mit 3.5 stunden fahrt zwischen arbeit und zu hause, mittwoch nachts dann zurück nach chicago um donnerstag am ID zu unterrichten. samstags zurück nach michigan. die fahrerei ist eigentlich nicht so schlimm, aber wegen der zeitverschiebung stehe ich montags quasi um 4:30 am auf, was – ganz offensichtlich – nicht mein ding ist…
insgesamt also eine kurze, schnelle woche und andere dinge – putzen, waschen, renovieren – bleiben völlig auf der strecke. dann ist mir vor drei wochen noch meine identität abhanden gekommen. irgendein arsch hat mit meiner business credit karte (die ich NICHT verloren hatte) online eingekauft. was mich – neben der tatsache, dass die zurückeroberung meiner identität richtig viel zeit, welche ich nicht habe konsumiert – am meisten ankotzt ist, dass der dieb online nicht etwa tampons oder bücher gekauft hat – nein, er hat sich für $150 world of warcraft ammo und waffen gekauft. nicht das spiel, sondern virtuelles ‘gear’. sigh.
als wir vorletzte woche nach michigan zurück gefahren sind hat Lo dort in der küchenschublade in einem ziplock-bag karton eine seltsame ansammlung von hundehaaren, meinen haaren und füllmaterial gefunden. dienstag hatte ich dann während der arbeit einen anruf von Lo auf dem ab “aaane, ich weiss nicht was ich machen soll, wir haben ein mäusebaby in der küchenschublade…” sehr süss, wenn man vergisst, dass wir ein mäusebaby in der schublade hatten. und weil mäuse ja nicht EIN baby haben, hatten wir am nachmittag VIER babies in der küchenschulblade. auf dem nach hause weg habe ich ein glas terrarium, nestbaumaterialien, futter und eine tränke gekauft, damit wir die mäuse in ein kontrolliertes environment verfrachten können. leider ist die rettungsaktion in die hose gegangen und so haben wir nun eine mäusefamilie unter der spülmaschine und ein leeres terrarium.
letzten samstag hat nanuq dann in einer mexikanischen nachbarschaft was auf dem gehweg gefunden und gegessen. es sah aus wie grünes, gepresstes waschmittel mit weizenstückchen. Lo meinte es sei candy. da ich mich mit mexikanischen candy sorten nicht auskenne und obwohl ich eigentlich sofort wusste, dass es sich um rattengift handelt, habe ich, was mir im nachhinein sehr schwer fällt zuzugeben, weil es so unglaublich bescheuert ist, ein stück davon gegessen. ich, ein stück gegessen.
das einzige, was mir zu meiner verteidigung einfällt ist, dass ich glaube, dass ich einen mütterlichen lieber-gott-mach-dass-es-candy-ist-anfall hatte und es gegessen habe, weil ich unbedingt wollte, dass sich rattengift magically in meinem mund in candy verwandelt. well, hat es nicht, so – don’t try that trick at home. den rest des tages haben wir in diversen emergency rooms der stadt verbracht und dabei so viel geld ausgegeben, dass wir im nachhinein auch einfach – wie geplant – second hand möbel hätten einkaufen können.
hund und halter sind ok. aber hört bitte auf uns zu fragen warum wir keine kinder haben. das dürfte doch jetzt eindgültig klar sein, oder?
nachtrag: dann war da noch mein ausgesprochen erfolgreicher selbstversuch mit heisswachs – think: brazilian. frish entlassen aus dem emergency room und eine stunde vor der abschiedsparty von L. hatte ich die grossartige idee mir die augenbrauen zu wachsen. ich dachte man macht den wachs heiss, trägt es auf und reisst das ganze mit einem tissue runter, samt augenbrauen. weit verfehlt – man trägt es auf und reisst das tissue runter und … nichts.
15 minuten später hatte ich die halbe dose heisswachs im gesicht – welches im übrigen nicht wasserlöslich ist – und keine tissue paper mehr übrig. dafür waren meine augenbrauen noch völlig intakt, wenngleich wegen der dicken schicht wachs kaum erkennbar, was vermutlich daran lag, dass meine augen zugeklebt waren. das tolle war aber, dass man nun mit den flachen händen sein gesicht in neue und interessante formen bringen konnte, die dann auch so stehen blieben. müsst ihr unbedingt mal ausprobieren, war der renner bei der party.


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