Die letzten Wochen waren rasant, viel zu rasant für uns beide.
Erst der Unfall meines Bruders, welcher – wenngleich noch glimpflich verlaufen – uns sehr geschockt hat, dann meine erste Begegnung mit ‘Raoul’, meiner dritten, am Arm montierten Brust, welche uns in und durch eine lang geplante, lang ersehnte und bis auf das Wetter wunderschöne Woche an den Lake Michigan begleitet hat.
Auf dem Rückweg von Michigan hat dann Horst Junior schlapp gemacht und wir sind in einem Abschleppwagen zu Hause angekommen. Dann die Amputation von Raoul und nur einige Tage später seine Rückkehr, eine Party Woche in Chicago und ein äusserst schmerzhafter, steifer Nacken, wöchentliche Arbeitstrips an die Westküste und zum krönenden (hoffentlich) Abschluss dann ein bisschen New Orleans Heimkino.
New Orleans Heimkino. Letze Woche Montag gab es im Laufe des Tages zwei Stürme in Chicago. Murmel-grosser Hagel, Gewitter, später starker Regen. Nach dem ersten Sturm habe ich den Keller kontrolliert, alles super. Während des zweiten Regens habe ich einige Male überlegt den Keller zu kontrollieren, es aber dann wieder vergessen.
Abends um 22:30 Uhr habe ich ein ungewöhnliches Geräusch im Keller gehört, eine Art Platschen, wie wenn etwas Grosses ins Wasser fällt. Als ich die Kellertüre aufgemacht habe und das Licht anschaltete war alles in Ordnung, nur die Kellerdecke kam mir niedriger als sonst vor, dachte ich…bis unser neuer Industriestaubsauger mir ums Eck herum entgegen-driftete.
75 cm Wasser.
Im ersten Reflex habe ich mir die Hosen ausgezogen, um den Staubsauger zu retten. Schnell wurde mir aber klar, dass es damit nicht getan sein würde, denn dummerweise hatten wir erst drei Wochen zuvor (wegen des Wasserschadens in unserem Schlaf-/Umkleidezimmer) alle unsere Umzugskartons in den Keller geräumt.
Im Gegensatz zu unseren materiellen Gütern (welche alle bis auf eine Fräse, einen Schwingschleifer, eine Kamera und einen Tape-Rekorder überlebt haben) hat es unsere emotionalen Dinge schwer erwischt – alle Fotos, alle Briefe, alle Erinnerungsstücke, Kunst, alle meine Studienarbeiten, Diplom- und Masterarbeiten, Zeugnisse…alles kaputt, tot, verlaufen, wellig, unlesbar. Matsch.
Die letze Woche war beschissen.
Den absoluten Tiefpunkt habe ich erreicht, als ich mir beim Bügeln von Italien den Unterarm verbrannt habe (wann Lo seinen erreicht hat, weiss ich nicht genau. Vermutlich als ich am Mittwoch an die Westküste geflogen bin und ihn hier mit Hund und Schwimmbad alleine gelassen habe).
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Deswegen und nicht nur deswegen möchten wir uns bei euch allen für die wunderschöne Zeit in Michigan bedanken, ohne die Erinnerung an welche wir uns Mitte letzter Woche vermutlich mit eingeststöpselten Bügeleisen in die Fluten unseres Kellers gestürzt hätten.
1000 Küsse, wir vermissen Euch.
Ane, Lo & Nuq


Comments
Oh FUCK!!! Ihr Armen (lese
Oh FUCK!!! Ihr Armen (lese ich jetzt erst – Du weißt ja über meine Situation Bescheid!).- Das ist ja richtig ätzend! Ich drücke Euch ganz doll und hoffe, daß sich noch viel Dinge retten lassen!
Bussi
nat
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